Zach Braff bedankt sich bei den Unterstützern

Jungregisseure kritisieren Zach Braff

Drei Millionen Dollar in vier Wochen: der Schauspieler Zach Braff hat das Geld für seinen neuen Film beisammen. Doch der Hauptdarsteller der Serie „Scrubs – Die Anfänger“ hat nicht etwa die Produktionsfirmen in Hollywood abgeklappert. Er hat seine Fans um Geld für seinen neuen Film „Wish I was here“ gebeten. Er sammelte das Budget bei der Crowdfunding-Plattform Kickstarter. Insgesamt dauerte die Sammelaktion einen Monat lang. Knapp 47.000 Unterstützer haben für den Film gespendet. Bei Twitter bedankte sich Zach Braff für die Unterstützung. „Danke, danke, danke. Ich werde euch nicht enttäuschen. Lasst es uns anpacken“, teilte er seinen Fans mit.

Mit seinem Kickstarter-Versuch folgt der Schauspieler einem Trend. Denn die Schwarmfinanzierung boomt wie nie zuvor. Laut einer Studie haben Crowdfunding-Plattformen im vergangenen Jahr mehr als 2,8 Milliarden Dollar umgesetzt. In diesem Jahr sollen es sogar 5,1 Milliarden werden. Doch längst nicht alle Projekte erreichen das Finanzierungsziel. Vielen fehlt der Promifaktor. Spendensammler, die in Hollywood bereits bekannt sind, haben einen klaren Vorteil.

Unabhängige Filmemacher sind verärgert

Genau dieser Hollywood-Bonus sorgt bei einigen unabhängigen Filmemachern für Unmut. Sie kritisieren Braff für seinen Alleingang bei Kickstarter. Sie befürchten, dass in Zukunft immer mehr Filmstars auf Online-Spendenplattformen ausweichen – und somit das Geld für unbekannte Regisseure knapper wird. „Du zerstörst es“, schreibt der Regisseur Jared Caldwell bei Twitter. „Unter deinem Vorteil leiden aufstrebende Indies. Bitte hör auf damit.“ Ein Zustrom von Stars mache es den unabhängigen Künstlern „schwerer, ein Publikum zu finden“, schreibt Caldwell weiter.

Andere Künstler fordern Braff dazu auf, den Film mit eigenen Mitteln zu finanzieren. Ein User schreibt bei Twitter: „Investiere dein eigenes Geld, wie der Rest von uns.“ Braff antwortet darauf: „Ich stecke Tonnen meines Geldes hinein.“

Sollte der Film erfolgreich laufen, dann profitiert Braff vom Gewinn. Im Gegensatz zu den Unterstützern. Die Fans werden nicht beteiligt, sie erhalten eine Prämie oder exklusive Informationen. Wer 10 Dollar bezahlt, wird regelmäßig darüber informiert, was am Set passiert. Außerdem erfahren die Spender noch vor der Öffentlichkeit, welche Schauspieler dabei sein werden. Wer 7.000 Euro oder mehr investiert, darf sogar den Namen einer Figur bestimmen oder wird im Abspann genannt. Ein Spender hat sich mit 10.000 Euro an „Wish I was here“ beteiligt. Er bekommt eine kleine Sprecherrolle. Die Unterstützer werden regelmäßig über die Dreharbeiten informiert. Wie in diesem Video:

Seine große Fangemeinde hat sich Zach Braff vor allem als Mediziner John Michael „J.D.“ Dorian in der Serie „Scrubs – Die Anfänger“ aufgebaut. Mit der Hilfe dieser Anhänger will er nun den Film „Wish I was here“ produzieren, selbst Regie führen und die Hauptrolle übernehmen. Es ist Zach Braffs zweiter Film. Mit seinem ersten Independent-Streifen „Garden State“ landete er im Jahr 2004 einen Überraschungserfolg.

Braff will einen Film ohne Kompromisse drehen

Zach Braff erhofft sich von der Fan-Finanzierung vor allem Unabhängigkeit. Im Kickstarter-Video sagt Braff, es gebe durchaus Geldgeber, die für den Film zahlen würden. „Doch um ihre Investition zu schützen, bestehen sie auf Mitsprache beim finalen Schnitt.“ Außerdem würden sie kontrollieren, wie die Rollen besetzt werden. Zach Braff aber wolle „einen Film ohne Kompromisse drehen“.

Es ist bereits die zweite Hollywood-Produktion innerhalb weniger Wochen, die erfolgreich per Crowdfunding finanziert wird. Anfang März startete der Regisseur der abgesetzten Serie „Veronica Mars“ einen Aufruf bei Kickstarter. Zwei Millionen Dollar sollten für den Film über die Kleinstadt-Detektivin mit Kristen Bell in der Hauptrolle gesammelt werden. Das Ziel wurde weit übertroffen: Insgesamt spendeten die Fans knapp sechs Millionen Dollar innerhalb von 30 Tagen.

Auch in Deutschland wird das Crowdfunding-Modell bei Filmemachern immer beliebter. Im Februar kommenden Jahres soll ein „Stromberg“-Film in die Kinos kommen. Finanziert von Fans der Versicherungs-Serie mit dem bissigen Abteilungsleiter. Die Produktionsfirma sammelte insgesamt eine Million Euro. Das Geld hatten die Fans der Serie innerhalb einer Woche gespendet.

Als Pionierstreifen der fanfinanzierten Filme gilt noch immer die Science-Fiction-Komödie „Iron Sky“. Die Co-Produktion aus Finnland, Deutschland und Australien kostete 7,5 Millionen Euro, mehr als eine Million Euro stammte von den Fans.

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„Scrubs“-Star setzt auf Crowdfunding

Niemand soll ihm bei diesem Projekt reinreden. Kein Investor, keine Produktionsfirma. Zach Braff will diesen Film genau so drehen, wie er sich das zusammen mit seinem Bruder ausgedacht hat. Das Problem: ihm fehlt das Geld. Daher sammelt der US-Schauspieler nun bei den Fans. Per Crowdfunding will er den Film mit dem Titel „Wish I was here“ finanzieren. Bei Kickstarter hat er das Crowdfunding-Projekt am Mittwoch gestartet.

Zach Braff hat dabei einen großen Bonus: Er ist ein bekannter Hollywood-Schauspieler, vor allem beliebt bei Fans der Krankenhaus-Comedyserie „Scrubs – Die Anfänger“. Dort hat er die Hauptrolle des Arztes J.D. gespielt. Seine Popularität hat ihm bereits am ersten Tag mehr als eine halbe Million Dollar eingespielt, tausende Fans wollen sich an den Kosten des Film beteiligen (Stand: 24. April, 19 Uhr). Sobald zwei Millionen Dollar erreicht sind, beginnt Braff damit, den Film zu drehen. Warum er den Film über Kickstarter finanzieren will? „Damit ich einen Film ohne Kompromisse drehen kann“, schreibt Zach Braff auf der Kickstarter-Seite. „Ich weiß, es ist riskant und ich weiß nicht, ob es klappt.“

Doch es spricht vieles dafür, dass sein Projekt gelingt. Denn mit seinem ersten Auftritt als Regisseur überzeugte er bereits im Jahr 2004 die Kritiker. Damals veröffentlichte er den Film „Garden State“, für den er auch das Drehbuch schrieb und in dem er die Hauptrolle übernahm. Der Film wurde beim Sundance-Festival gezeigt und war für den Großen Jurypreis nominiert. “Wish I was here” soll nun an “Garden State” anknüpfen. Die Hauptfigur ist zehn Jahre älter als in “Garden State”. Es geht um einen Schauspieler, der nach sich selbst und dem Sinn des Lebens sucht.

Hier das sehr lustige Teaser-Video für das Kickstarter-Projekt mit einem herrlichen Gastauftritt von Jim Parsons:

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Sparwahn, Stäffele, Supersnobs

Stuttgart ist also die Stadt der schmerzhaften Treppenstürze und der beleidigten Schnäppchenjäger? Klingt nach billigen Klischeewitzen der Marke Mario Barth. Kann man darüber lachen? Ja, man kann. Denn der Schubladenhumor eines neuen Tumblr-Trends trifft zumindest bei der Stuttgart-Ausgabe dermaßen ins Schwarze, dass man sich ein Schmunzeln unmöglich verkneifen kann. „When you really live in Stuttgart“ heißt das Tumblr-Blog über die baden-württembergische Landeshauptstadt, das sich an der Ursprungsversion aus Berlin orientiert. Ein Webtrend, der sich mittlerweile auch vielen weiteren Städten wie Hamburg, München und Freiburg widmet.

Das Prinzip: der Blogbetreiber pickt sich ein Städteklischee heraus, formuliert einen kurzen Titel dazu und illustriert den Beitrag mit einer animierten Gif-Grafik. Mit viel Selbstironie wirft jeder Beitrag ein humorvolles Schlaglicht auf die Stadt. So wird im Stuttgart-Blog der Spruch „wenn sich ein Typ als DJ vorstellt“ vom irren Lachen des Schauspielers Jack Nicholson begleitet. Die Katze hängt enttäuscht in der Ecke, „wenn es zu kalt wird für ein Getränk beim Palast der Republik“. Und ein Mann fällt in seine Schubkarre zum Spruch „wenn wir einen neuen Hauptbahnhof planen“.

Nicht alle Tumblr-User sind jedoch Fans des Trends. Für Hamburg ist das entsprechende Blog nur auf Umwegen zu finden. Unter „whenyoureallyliveinhamburg“ hat der Blogbetreiber ein Bild gepostet mit dem wenig humorvollen Aufruf: „Fuck you! When you really live  in Hamburg, you don’t do this kind of shit!!“ Nur mit Bindestrichen zwischen den Wörtern findet sich das Hamburg-Pendant zu den anderen Städten.

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Harlem Shake – Alle mal durchdrehen, bitte

Dieses Mal ist alles noch viel einfacher als damals bei Psy und dem Gangnam Style. Um ein eigenes Harlem-Shake-Video zu drehen, muss man noch nicht einmal spezielle Tanzschritte beherrschen. Die einzige Regel: zur Hälfte des Clips einfach mal komplett durchdrehen. Und das Konzept funktioniert überall: im Büro, im Wohnzimmer und sogar auf dem Truppenübungsplatz:

(via @pkremers)

Der Harlem Shake ist ein Meme, der sich innerhalb weniger Tage im Netz verbreitet hat. Laut Youtube-Statistik gab es am 1. Februar noch kein einziges Video mit dem verrückten Tanz. Zehn Tage später sind es schon mehr als 4.000 Filme auf der Videoplattform. Alles beginnt am 2. Februar, an diesem Tag ist der erste kleine Ausschlag in der Statistik zu erkennen:

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Der winzige Peak zeigt offenbar den Upload des Videos an, von dem die Macher behaupten, dass es das erste Harlem-Shake-Filmchen im Internet gewesen sei. Tatsächlich spricht die Statistik für diese These. Vier Jungs, deren Outfit sich an den Power Rangers orientiert, bewegen sich hüftschwingend zu den Beats. Zur Hälfte des Videos eskaliert der Tanzstil.

Seit dem ersten Video hat sich das Setting allerdings stark verändert. Mittlerweile beginnen die Harlem-Shake-Videos meist damit, dass ein einzelner Darsteller zu tanzen beginnt, oft mit einem Motorradhelm auf dem Kopf. Um ihn herum sitzen alle unbeteiligt herum. Nach etwa 15 Sekunden folgt dann ein kurzer Schnitt und plötzlich drehen alle durch, die auf dem Video zu sehen sind. Die meisten Darsteller sind dann weniger bekleidet oder tragen Kostüme, stehen auf dem Kopf, schlagen sich mit irgendwelchen Gegenständen gegen den Kopf oder fahren mit einem Einrad durch das Bild.

Vor allem eines ist bei allen Videos gleich: der Soundtrack. Den Harlem-Shake-Song hat der House-DJ Baauer aus Brooklyn geliefert. Den Song zum Hype hat er bei Soundcloud hochgeladen.

Das hier ist das mit mehr als 6 Millionen bisher meistgeklickte Harlem-Shake-Video bei Youtube:

Doch es gibt noch etliche weitere Videos, hier ein paar Beispiele:


(via @vierzueinser)

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MySpace klemmt den Videokanal ab

Schön geworden ist es, das neue MySpace-Design, daran gibt es keinen Zweifel. Die Profilseiten sind hübsch aufgeräumt. Links oben haben die Designer die wichtigsten Navigationselemente untergebracht wie Profilbild, Musikplayer und Kalender. Rechts am Bildschirmrand ist die Beschreibung montiert, der Link zur eigenen Website und die Anzahl der Profilfreundschaften. Damit bleibt MySpace eine tolle Web-Werbefläche für Bands. Wenn Fans oder Veranstalter mal schnell reinhören wollen, was die Band so für Musik macht, dann eignet sich der MySpace-Musikplayer ideal. Der Player öffnet sich nun auch nicht mehr in einem neuen Fenster, sondern spielt im Hintergrund weiter, auch wenn man die Seiten wechselt.

Doch das neue MySpace hat noch einen gewaltigen Haken: während sich Musikdateien und Bilder geschmeidig hochladen lassen, werden Videos bisher noch ausgesperrt. Bewegtbilder sind Mangelware bei MySpace. Der Grund: die Mitglieder haben keine Chance, ihre Videodateien auf dem Portal zu präsentieren. Es gibt keine Upload-Funktion – und nicht einmal ein Youtube-Link lässt sich einbetten. Traurig. Auch, weil darunter nicht alle Künstler bei MySpace leiden.

Im Hilfeforum hat sich ein Anwender an den MySpace-Service gewandt und nachgefragt, warum sich Videos nicht hochladen lassen – während andere Künstler offenbar problemlos ihre Musikfilme bei MySpace eingestellt haben. Er schreibt: „Ich habe gesehen, dass einige Anwender (hauptsächlich Künstler) die Möglichkeit haben, Videos hochzuladen. Wie mache ich das?“

Videos werden noch ausgesperrt

In der Antwort wird deutlich, dass Anwender da gar nichts machen können. Wohl nicht einmal Justin Timberlake darf seine Videos bei MySpace selbst posten. Ein MySpace-Mitarbeiter antwortet: „Die Videos, die ihr seht, sind nicht von den Künstlern selbst hochgeladen worden, sondern von den Plattenfirmen, die uns die Rechte dafür eingeräumt haben, die Videos zu streamen.“

Das ist Pech. Doch nicht etwa für die etablierten Bands, die bei einer Plattenfirma unter Vertrag stehen. Sondern in erster Linie für Künstler, die keinen Plattenvertrag in den Händen halten. Sobald die Musiker selbst die Rechteinhaber ihrer Videos und Songs sind, klemmt das neue MySpace den Videokanal einfach ab. Ein klarer Vorteil für alle Bands, die sowieso schon erfolgreich ihre Musik vermarkten. Ein bitterer Nachteil für alle unbekannten Künstler, die Videos als Mittel einsetzen, um ein wenig bekannter zu werden.

Nach Angaben des Service-Mitarbeiters könnte die Funktion in Zukunft noch eingebaut werden. „Wir testen zurzeit die Video-Uploads, damit die Funktion in Zukunft vorhanden sein wird“.

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Fans verspotten Adriano nach Skandaltreffer

Skandaltor in der Champions League: anstatt dem Gegner den Ball zu überlassen, ignoriert der Stürmer Luiz Adriano die Fairplay-Regel und schießt ein Tor. Er muss viele Beschimpfungen über sich ergehen lassen – doch sein Trainer verteidigt ihn. Die Ereignisse als Storify-Geschichte:

Toilettenschild auf der Republica 2012

Zensur auf der Republica

Freies Netz, völlige Transparenz! Das sind die Forderungen der Netzaktivisten. Doch was ist das? Auf der Republica 2012 fällt das Toilettenschild gnadenlos den Zensoren zum Opfer.