Dropbox kauft die Makel-Mailbox

Der Hype war ziemlich groß. Die Entwickler von Orchestra haben die kostenlose E-Mail-App „Mailbox“ für das iPhone als Revolution der Mailprogramme angekündigt. Einfacher, schneller, sicherer. Gut, das versprechen viele App-Entwickler. Doch richtig interessant wurde die ganze PR-Aktion mit dem Trick der künstlichen Verknappung. Etwa vier Wochen habe ich gewartet, so lange hat es gedauert, bis die Warteschlange vor mir abgebaut war und ich die App benutzen durfte. Zu Beginn waren immerhin etwa eine halbe Million Nutzer vor mir an der Reihe.

Jetzt habe ich Mailbox ausprobiert. Tolles Programm, wirklich einfach zu bedienen. Mit diversen Wischbewegungen lassen sich die Mails bequem löschen und archivieren. Ein kurzer Wisch nach rechts archiviert die Nachricht, ein langer Wisch löscht die Mail.

Doch Mailbox hat einen großen Haken: die App ruft lediglich Nachrichten eines Google-Mail-Accounts ab. Klar, es klappt auch mit mehreren Gmail-Konten. Aber was bitte ist mit anderen Mail-Providern im Netz? Und mit Microsoft Exchange? Ich selbst habe mittlerweile fünf Mail-Adressen, die ich regelmäßig abrufe. Davon sind nur zwei bei Google Mail.

Obwohl die App damit viele Nutzer ausschließt, hat der Cloud-Konzern Dropbox nun zugeschlagen und Orchestra gekauft. Laut Techcrunch hat Dropbox etwa 100 Millionen Dollar für die App hingeblättert und mit dem Angebot wohl auch Yahoo ausgestochen. Dieser Deal lässt hoffen: Denn es soll wohl noch ein bisschen an der App geschraubt werden. „Wir freuen uns alle darauf, Mailbox noch besser zu machen“, heißt es in einem Beitrag des Dropbox-Blogs.

Liebes Dropbox-Team: das ist auch dringend nötig. Denn so lange Nutzer ausgeschlossen werden, die kein Google-Mail-Konto benutzen, verpufft der Hype auch ganz schnell wieder. Berücksichtigt doch bitte, dass nicht alle E-Mails auf dieser Welt über Google versendet werden. Auch nicht alle Mails der Dropbox-Kunden.

Für mich ist Mailbox derzeit völlig ungeeignet. Mit dem iOS-eigenen Programm Mail lassen sich alle Konten optimal verwalten. Und so viel schlechter ist die Bedienung von Mail dann doch nicht. Nicht so viel schlechter, dass ich die Google-Mail-Konten an Mailbox ausgliedern würde und den Rest bei Mail belasse.

Wettstreit um das Gadget der Zukunft

Langsam scheint es vorbei zu sein mit den großen Innovationen. Zumindest bei Smartphones. Mit Touchscreen, Wischgesten und Apps hat das iPhone die Standards gesetzt. Doch die letzten Generationen des iPhones haben enttäuscht. Weder Siri, noch eine bessere Kamera haben die Apple-Fans begeistert. Es wird also höchste Zeit, auf neue technische Spielzeuge auszuweichen. Doch wohin geht die Reise? Auf welchen Geräten werden künftig Kurznachrichten angezeigt, wo sitzt das Mikrofon, das meine Sprachbefehle entgegen nimmt?

Wie so oft wird auch diese Frage im Kampf zwischen den zwei Branchenriesen entschieden: Apple und Google. Wenn es nach Google geht, dann steht das digitale Gadget der Zukunft längst fest: die Brille. Und die Zukunft ist nicht mehr allzu weit entfernt. Das Projekt „Google Glass“ geht bereits in die Endphase. Am Mittwoch hat Google die Funktionen der digitalen Brille vorgestellt. Das Herzstück ist ein Display, das Informationen direkt vor dem Auge des Nutzers einblendet. Es ist durchsichtig. Das bedeutet, die Anzeige wird in das Blickfeld des Nutzers eingeblendet. Dabei lassen sich folgende Funktionen per Sprachbefehl auswählen:

  • Fotos des Blickfelds aufnehmen
  • Videos aufzeichnen
  • interaktive Karten einblenden
  • Informationen über Sehenswürdigkeiten anzeigen
  • Texte übersetzen

Und so sieht das dann aus:

Die ersten Tester werden die Google-Brille bald ausprobieren können. Der Suchmaschinenkonzern sucht in den USA nach Freiwilligen, die das Gadget vor dem offiziellen Verkaufsstart noch einmal ausgiebig testen.

Für welches Gadget der Zukunft sich Apple entschieden hat, ist noch nicht ganz klar. Den Gerüchten zufolge arbeitet ein Team bereits an einer digitalen Armbanduhr. Der ehemalige Apple-Mitarbeiter Bruce Tognazzini spekuliert darüber, dass eine so genannte iWatch die Lücke im Produktportfolio des Konzerns schließen würde. Die Uhr, so Tognazzini, würde mit dem iPhone gekoppelt sein und per Siri gesteuert werden. Allerdings gibt es keine offizielle Bestätigung von Apple, dass eine iWatch überhaupt entwickelt wird.

Eines ist klar: das Gadget der nahen Zukunft wird entweder eine Apple-Uhr sein oder eine Google-Brille. Allerdings werden nicht nur die technischen Möglichkeiten darüber entscheiden, welches der Produkte sich durchsetzt. Auch die modische Akzeptanz in der Gesellschaft wird eine große Rolle spielen.

Die Uhr hätte dabei den Vorteil, dass sie unauffällig getragen werden kann. Die Brille mit der durchaus auffälligen Display-Halterung müsste sich modisch betrachtet erst noch durchsetzen. Doch die Vorzüge der digitalen Brille liegen ganz klar darin, dass die Informationen immer sichtbar sind. Die Anzeige fügt sich in die Umgebung ein, die Informationen werden auch beim Autofahren oder auf der Skipiste angezeigt – ohne dass man sein Telefon aus der Tasche ziehen oder die Ärmel zurückstreifen muss um auf eine iWatch zu schauen.

Browser-Plugin durchbricht die Geo-Sperren

Die Ländergrenzen fallen. Zumindest die virtuellen Barrieren, die verhindern, dass Nutzer aus aller Welt sich Videos auf US-Streaming-Seiten anschauen. Mit dem kostenlosen Browser-Plugin Hola für Google Chrome und Mozilla Firefox hat eine israelische Softwarefirma ein Programm entwickelt, dass Geo-Sperren umgeht. Und damit erneut eine rechtliche Diskussion entfacht.

Das Plugin Hola ermöglicht es Nutzern aus Ländern außerhalb der USA, sich Serien, Dokumentationen und Spielfilme auf den Websites der großen US-Fernsehsender wie CBS, BBC und FOX anzuschauen. Das ist normalerweise nicht so gedacht. Denn die Seitenbetreiber überprüfen anhand der IP-Adresse die Herkunft des Rechners, der auf die Inhalte der Seite zugreift. Alle Nutzer außerhalb der Vereinigten Staaten werden vom Videomaterial ausgesperrt.

Für Fans von Serien und Dokumentarfilmen sind derartige Geo-Sperren ärgerlich. Denn auf den Seiten der Fernsehsender lassen sich aktuelle Serien wie „New Girl“ oder „CSI“ anschauen, die erst wenige Tage zuvor zum ersten Mal im TV ausgestrahlt wurden. Aus Sicht der Sender ist diese Blockade durchaus nachvollziehbar. Fernsehkonzerne wie CBS kaufen die Lizenzen nur für ein bestimmtes Sendegebiet ein. Um den Vertrag zu erfüllen, sind die Videos nur für Zuschauer aus dem eigenen Land zugänglich.

Nutzer betreten eine rechtliche Grauzone

Doch Hola öffnet nicht nur der Zugang zu Seiten der großen US-Sender. Auch die Geo-Sperren der Filmplattformen in den USA hebelt das Plugin aus. Nutzer aus Deutschland können sich damit bei TV-Streaming-Anbietern wie Hulu, Netflix und Pandora anmelden. Eine Hürde bleibt allerdings trotz des Plugins: die Filmplattformen akzeptieren meist nur Kunden mit einer Adresse in den USA oder einer US-Kreditkarte. Somit bleibt es für deutsche Nutzer trotz der umgangenen Geo-Sperre umständlich, sich bei den Videoportalen anzumelden.

Bisher ist es nur mit einem VPN-Client möglich gewesen, sich die Inhalte der US-Anbieter auf dem heimischen Browser anzuschauen. Bei den meist kostenpflichtigen VPN-Dienstleistern können sich die Nutzer eine IP-Adresse aus den USA zulegen und sich damit Zugang zum Videomaterial auf den Portalen verschaffen.

Allerdings ist fraglich, ob es legal ist, die Geo-Sperren auszutricksen. Die rechtliche Lage sei noch nicht abgeklärt, schreibt der IT-Anwalt Chritian Solmecke, da es noch keine einschlägigen Gerichtsurteile gebe. „Im Falle einer Urheberrechtsverletzung kommt vor allem eine teure Abmahnung beziehungsweise eine strafrechtliche Verfolgung nach § 108b UrhG in Betracht.“ Das sei vor allem der Fall, wenn der Ländercode als Kopierschutz betrachtet wird.

Entwickler setzen ein politisches Statement

Die Entwickler wagen sich jedoch nicht nur in eine rechtliche Grauzone, sie setzen mit ihrem Programm auch ein politisches Statement. Außer sich Videoclips aus den USA anzuschauen ist es auch möglich, in einigen Ländern die staatlichen Firewalls zu umgehen. Auf ihrer Seite schreiben die Hola-Entwickler: „Ja – das bedeutet, dass ihr endlich Facebook in China und Twitter in Iran sehen könnt!“

Für die Entwickler bei Hola ist der Geo-Sperren-Blocker jedoch nur ein Nebenprodukt. Das Unternehmen hat es sich nach eigenen Angaben zum Ziel gesetzt, das Internet zu beschleunigen. Sie wollen das Netzprotokoll HTTP mit eigenen Caching- und Kompressionsmethoden beschleunigen. In diese Entwicklung ist viel Geld geflossen. Der kalifornische Investor DFJ hat 18 Millionen Dollar in den Konzern investiert. Obwohl das Plugin kostenlos ist, wollen die Entwickler auch Geld verdienen. Mit Premium-Diensten, die in Zukunft angeboten werden.

So funktioniert die Fritzbox mit Mountain Lion

Surfen wie vor 15 Jahren: der Browser öffnet Internetseiten nur Scheibchenweise, manchmal im 10-Minuten-Takt, manchmal gar nicht. Seit das neue Macbook Pro Retina per WLAN mit der Fritzbox 7240 verbunden ist, die hier alle Rechner mit Internet versorgt, geht gar nichts mehr. Selbst die Google-Startseite braucht eine Ewigkeit, bis sie geladen ist.

Und dieses Mal liegt es nicht einmal am Router. Denn das iPhone und ein älteres Macbook-Pro-Modell funktionieren wunderbar im Netz. Der Apple-Support hilft. Zunächst sieht es ziemlich düster aus: Nach etlichen Tastenkombinationen, geleertem Cache und einigen Neustarts gibt es immer noch keine Lösung. Klar ist nur: es muss eine Mischung aus Macbook Pro, Mountain Lion und Fritzbox sein.

Bevor der Apple-Mitarbeiter zur Neuinstallation rät, fragt er noch einmal beim Supervisor nach. Und der hat eine Vermutung, die sich als richtig herausstellt: es ist der neue Funkstandard 802.11n, der mit den beiden Frequenzen 2,4 und 5 GHz sendet und eine Datenrate von bis zu 600 MBit pro Sekunde zulässt. Der N-Standard, der von der Fritzbox verwendet wird, verträgt sich also nicht mit dem OS X auf dem Retina-Macbook.

Nicht sehr schön, dass neue Geräte nicht mit neuesten Standards funktionieren. Doch die Lösung ist immerhin recht einfach: in den Einstellungen der Fritzbox das Signal 802.11n deaktivieren und auf 802.11b und g beschränken. So steht zumindest die WLAN-Verbindung wieder.

“Ich will kein iPhone 5”

Der Apple-Fan neben mir hat seinen Hund dabei. Doch nicht an der Leine, er trägt ihn auf den Armen. In Kopfhöhe. Für den Hund ist das sehr bequem. Er muss nur die Zunge ein wenig durch die Zähne schieben, um die Hälse rundherum abzulecken. Ich dränge mich ein Stück nach vorne. Ich bin zum Privatvergnügen hier, also stelle ich mich brav hinten an. Wenn ein neuer Apple Store eröffnet wird und parallel das iPhone 5 verkauft wird, kann man sich das schon mal anschauen. Kaufen will ich nichts. Nur zuschauen, wie andere sich freuen, viel Geld ausgeben zu dürfen.

Also warte ich geduldig im Breuningerland in Sindelfingen, bis die Masse zum Leuchtapfel im Untergeschoss durchgeschleust wird. Neben mir sind das noch knapp 300 andere. Und wir sind nur eine Reihe von vielen, die sich überall im Einkaufszentrum gebildet haben. Es ist eng, heiß und früh am Morgen.

In einer Nische, eingekeilt zwischen den geschlossenen Türen eines Touristikbüros und einer Säule, steht ein junges Mädchen. Sie tippt auf ihrem Telefon herum. Sie hält es so, als wollte sie jedem zeigen, dass es kein iPhone ist. Alle paar Sekunden verdreht sie die Augen. Ein älterer Herr will sie nach vorne lassen. Aber sie sagt: „Mein Freund ist schon ganz vorne – das tue ich mir nicht an.“ Sie bleibt stehen. Eine Angestellte des Kaufhauses reicht Kaffee herum. Ein Apple-Mitarbeiter tritt vor die Menge und ruft: „In Köln ist richtig Partystimmung! Das schaffen wir doch auch im Breuningerland Sindelfinden, oder?“ Nein, er schafft es nicht. Wer weiß, ob in Köln wirklich Partystimmung herrscht. In Sindelfingen eher nicht. Die Wartenden sind schließlich noch ein ganzes Stockwerk von Apple entfernt.

Nach 30 Minuten habe ich keine Lust mehr und will eigentlich gehen. Doch dann ruft vorne in der Schlange ein Ordner: „Alle, die kein iPhone 5 wollen, kommt doch bitte mal nach vorne.“ Okay, denke ich, das war ein Fehler, Kollege. Gleich überrollen sie euch. Es kommt anders. Mit mir drängen sich noch vier andere Besucher durch die Massen. Ich bin durch. Und die Moral von der Geschichte: wer in den Apple-Store will, muss am Eingang nur sagen: „Ich will kein iPhone 5.“

Apple klaut Stuttgart die Fußwege

Updates sind eine tolle Sache. Das gilt auch größtenteils für das neue iPhone-Betriebssystem iOS 6. Mehr Sicherheit, mehr Facebook, eine bessere Siri. Doch Updates sind richtig ärgerlich, wenn das Telefon dann weniger brauchbar ist. Und die neuen Karten von Apple sind ganz deutlich schlechter als die bisher installierten Karten von Google.

Seit der Beta-Version, über die sich Gizmodo im Juni bitter beklagt hat, ist seither leider auch nicht viel passiert. Google Maps zeigt mehr Straßennamen an, mehr Routen, mehr Fahrtrichtungen. Doch bitter ist vor allem, dass auf den Apple-Karten kaum Fußwege markiert sind. Für Jogger ist das eine Katastrophe.

Schauen wir uns dafür den Kräherwald in Stuttgart ein wenig genauer an. Ein wunderbarer Ort zum Laufen. Ruhig, schattig und direkt am Kesselrand. Doch es ist nicht ganz einfach, sich dort zurechtzufinden. Die Wege sind ziemlich verzweigt und es gibt etliche Trampelpfade. Mit dem iPhone in der Tasche – was nicht immer eine gute Idee ist– hat das bisher immer problemlos funktioniert.

Ein Blick auf Google Maps hat schnell gezeigt, welche Abzweigung die richtige ist. Das sieht jetzt ganz anders aus. Der Kräherwald ist nichts als ein grüner Fleck auf den Apple-Karten. Kein einziger Fußweg ist eingezeichnet – während die Google-Karten das fein verästelte Wegesystem übersichtlich anzeigen.

Detailverlust: der Kräherwald bei Apple Maps (links) und bei Google Maps

Darunter leiden auch Drittanbieter. Die Lauf-App Runkeeper beispielsweise taugt im Kräherwald nun gar nicht mehr zur Orientierung. Die aufgezeichnete Laufroute sieht nun eher aus wie ein kläglicher Versuch, den Ausgang aus einem Sperrgebiet zu finden.

Die schlechte Nachricht für Schlossgarten-Läufer: dort sieht es auch nicht viel besser aus. Keine Wege entlang des Eckensees und leider auch keine Route durch den Rosensteinpark. Das Fazit des Karten-Updates: Berlin schrumpft und Stuttgart verliert seine Fußwege.

Das iPhone wird gewöhnlich

Ziemlich schade eigentlich. Apple hat in den vergangenen Jahren doch oft gezeigt, wie Innovation funktioniert. Das erste Smartphone mit Touchscreen, der erste App-Store, das erste hochauflösende Display: der Konzern war der Konkurrenz immer einen Schritt voraus. Das Fazit nach der Keynote am Mittwoch sieht anders aus. Das iPhone ist gewöhnlich geworden. Die gute Nachricht: alle Erwartungen an das iPhone 5 sind erfüllt worden. Das Display ist größer, der Chip ist schneller, die Kamera ist besser, LTE funktioniert. Das war es dann aber auch. Der Rest klingt eher nach Neunzigerjahren: bei der Präsentation wird die Kamera gelobt, die nun auch Panoramabilder aufnimmt und Gesichter erkennt. Wow.

Die Entwickler bei Samsung dürften erleichtert aufatmen. Dieses Mal sind sie mit Apple nicht nur gleichauf, sie haben ihr Galaxy S 3 schon längst vorgestellt. Und das Galaxy ist nicht das einzige Gerät, das mit dem iPhone 5 locker mithalten kann. Der Vergleich bei Mashable zeigt, dass einige Modelle eine ähnliche Auflösung und vergleichbare Prozessoren haben. Unterschiede lassen sich lediglich beim Gewicht, beim Design und bei der Bedienung erkennen. Und sich allein auf der flüssigen Bedienung auszuruhen, das wird Apple auf Dauer nicht genügen. Nachdem bereits das Modell 4 S bis auf Siri keine großen Änderungen mit sich brachte, ist das aufgemotzte iPhone 5 eher eine Enttäuschung.

Hoffnung macht im iPhone-Paket nur eine Sache, und das ist das Zubehör. Genauer gesagt: die Kopfhörer. Zwar werden sie nicht wie zu erwarten wäre von einem Akustikprofi vorgestellt, sondern von Chef-Designer Jony Ive auf der Design-Seite des iPhones. Aber vielleicht klingen die EarPods ja wirklich gut. Ohne sie jemals gehört zu haben stehen die Chancen ziemlich gut, dass sie besser klingen als die scheppernden Plastikplomben, die bisher mit den Apple-Geräten geliefert werden. Aber das ist ja auch keine Kunst.

Apple schrumpft die Bilder scharf

Ich gebe zu, ich habe 20 Minuten meiner Zeit verschwendet. So lange habe ich versucht, ein Profilbild bei Xing hochzuladen, das ordentlich aussieht. Und eben nicht so verwaschen wie ein abgeschrubbtes Ölgemälde. Ich habe so lange immer höher aufgelöste Portraits hochgeladen, bis ich gemerkt habe: das liegt nicht am Bild, das liegt am Retina-Display des neuen Macbook Pro. Ganz ehrlich: superscharf sieht anders aus.

Okay, man muss fair bleiben: das gilt nicht für Schriften im Netz. Text sieht in allen Browsern gestochen scharf aus. Die Buchstaben werden fein gerendert und werden auf dem Macbook Pro mit Retina-Bildschirm ohne erkennbare Pixel angezeigt. Aber eben fast alle Bilder, die auf den Websites eingebunden sind, sehen grauenhaft aus. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen. Oder aber es kommt wie so oft: alle müssen sich an Apple anpassen. Dieses Mal trifft es in erster Linie die Website-Betreiber.

Denn alle Bilder im Netz müssen mindestens doppelt so hoch aufgelöst sein, um auf dem Retina-Display ordentlich auszusehen. Ansonsten wirkt die Website ziemlich schäbig. Selbst Apple ist beim eigenen Web-Auftritt noch nicht überall so weit. Die Browser-Variante des App-Stores ist noch mit etlichen Pixelbildern bestückt. Viele Vorschaubilder oder auch der Link zu iTunes sehen verwaschen aus.

Apple trickst auf der eigenen Website

Auf der eigenen Website setzt Apple einen Trick ein, um die Bilder auch auf dem Retina-Display scharf aussehen zu lassen. Die Fotos werden einfach viermal so groß hochgeladen wie sie angezeigt werden. Das Foto des Macbook Pro Retina auf der Homepage beispielsweise wird laut Quellcode mit einer Pixelgröße von 930 mal 621 auf den Bildschirmen angezeigt.

Das Foto mit dem Namen „macbookpro_hero_2x.jpeg“ aber hat eine Auflösung von 1860 mal 1242 Pixel. Es wird also scharf geschrumpft für die Retina-Displays. Auf allen anderen Displays wird das Foto einfach nicht schärfer angezeigt.

Allerdings hat diese Methode einen Haken: die Fotos auf den Websites benötigen viermal so viel Speicherplatz wie bisher. Das ist unschön, hauptsächlich für den Anwender am anderen Ende der Leitung. Allein das scharf geschrumpfte Bild auf der Apple-Homepage hat eine stolze Größe von 560 Kilobyte. Gut, das ist in Zeiten der Glasfaser-Generation nicht viel.

Dennoch ist es erstaunlich, wie Apple wieder einmal den Takt vorgibt und dafür sorgt, dass die Seitenbetreiber mit schärferen Bildern nachziehen müssen, wenn sie auf dem neuen Display nicht verschwommen aussehen wollen. Auch die sozialen Netzwerke wie Xing werden sich wohl beugen müssen – und mindestens die vierfache Menge an Bild-Speicherplatz auf ihren Servern freiräumen.

iPhone 4 bricht mit seinem Display

 

Dieses Geräusch lässt sich wohl am besten mit einem fiesen Knirschen, nein, eher einem hämischen Knacken beschreiben. Dieser Klang, wenn das Telefon auf dem Boden aufschlägt. Auch die Plastikschutzhülle kann diesen schmerzhaften Moment nicht verhindern. Dabei fällt das Telefon höchstens 50 Zentimeter tief. Für ein iPhone 4 ist das hoch genug. Aufschlag auf der Kante, Display gebrochen. Ein feiner Riss zieht sich quer über das Gorilla-Glas. Der Touchscreen funktioniert noch, weil die Glassplitter schön festkleben. Wischen ist jetzt nur nicht mehr so geschmeidig.

Eine Woche lang habe ich das Splitterwischen ertragen, dann ist mir klar geworden, dass die Wartezeit bis zum neuen iPhone einfach noch zu lange dauert – auch wenn es schon für August angekündigt ist. Ich hätte das Gerät gleich im Apple-Store oder bei Gravis abgeben können. Drei Tage dauert es laut Apple, bis das Gerät repariert ist. Kostet 140 Euro. Und das ist auch schon das erste Problem. Mein iPhone 4 mit 16 GByte Speicher ist zwei Jahre alt und hat einen eBay-Wert von etwa 200 Euro. Es ist also knapp am Totalschaden vorbeigestürzt. Warum also nicht selbst zusammenbasteln, das hat damals mit dem iPhone 3G schließlich auch ganz gut geklappt.

Rückseite austauschen wäre kein Problem gewesen

Doch der Hersteller hat einfach etwas dagegen, dass man selbst an den Geräten herumbastelt. Die Schrauben sind winzig – und es sind verdammt viele. Die Rückseite austauschen ist kein Problem: zwei Schräubchen herausdrehen, Glas hochschieben, fertig. Das Touchscreen hingegen schon: man schraubt sich durch das komplette iPhone, bis man das Display erreicht. Bei iFixit finde ich eine Anleitung, im Elektrofachhandel kaufe ich mir ein Minischraubenzieher-Set für 12 Euro. Ich bestelle das erste Ersatztouchscreen bei Amazon, kostet 28 Euro. Die Operation dauert drei Stunden. Und der erste Versuch geht natürlich prompt daneben.

Das Verbindungskabel von Display zu Platine ist papierdünn. Tja, und reißt leider auch genauso schnell. Die 140 Euro sind noch lange nicht erreicht und außerdem habe ich keine Wahl mehr, weil alle Garantiesiegel durchbrochen sind. Ich bestelle also erneut ein Display. Und dieses Mal klappt es. Insgesamt hat der Spaß 56 Euro gekostet, die insgesamt fünf Arbeitsstunden und die bis heute blank liegenden Nerven nicht mitgerechnet. Aber das Teil funktioniert wieder. Fazit: es ist machbar. Aber Spaß an der Operation haben nur Modellbauer mit enorm viel Zeit.