Netflix will Ländergrenzen einreißen

Final Cut Pro X exportiert Filme im Proxy-Modus in ziemlich übler Qualität. Quelle: Apple

Apple bestätigt Export-Problem bei Final Cut Pro X

Mit komprimierten Vorschau-Dateien beschleunigt Apple den Videoschnitt bei Final Cut Pro X. Doch es gibt ein großes Problem mit den so genannten Proxy-Medien: die Filme werden aus dem Speicher-Sparmodus heraus nur in schlechter Qualität exportiert.

Wer mit dem Videoschnittprogramm Final Cut Pro X seine Filmaufnahmen bearbeitet, der muss nicht mit den riesigen Originaldateien arbeiten und sein Laptop bis an die Grenzen belasten. Die Alternative: so genannte Proxy-Medien. Das sind kleingerechnete Videoclips, die auf die großen Originaldateien verweisen und den Vorteil haben, dass sie wesentlich weniger Speicherplatz und Ressourcen verbrauchen. Der Film lässt sich damit in der Timeline flink bearbeiten und der Computer wird entlastet.

Diese Proxy-Dateien haben eine deutlich schlechtere Qualität als die Ursprungsvideos. Das ist beim Schneiden nicht so wichtig. Das Problem bei Final Cut Pro X zeigt sich erst beim Export. Denn beim Rendern des Films bedient sich das Schnittprogramm nicht etwa wie üblich an den Originaldateien, sondern an den Proxy-Medien mit der minderwertigen Qualität.

Ein Apple-Mitarbeiter bestätigt am Telefon, dass die Vorschaudateien tatsächlich als Grundlage für den Export genommen werden. Intern wird der Fehler nicht als Problem behandelt, sondern als „erwartetes Verhalten“. Der Apple-Mitarbeiter, der gerne anonym bleiben möchte, hält den Proxy-Export allerdings für problematisch und sagt, dass dies „auf jeden Fall korrigiert“ werden müsse. „Das ist sehr unglücklich“, sagt der Apple-Angestellte, „da besteht dringender Optimierungsbedarf“. Man müsse den Nutzer zumindest warnen, dass die Filme nicht in bestmöglicher Qualität ausgegeben werden. Sein Vorschlag: „Wenigstens ein Hinweisfenster sollte erscheinen.“

Den Entwicklern bei Apple ist das Export-Problem offenbar schon länger bekannt. Im Kapitel „Umcodieren von Mediendateien“ steht in der englischsprachigen Anleitung der folgende Warnhinweis: „Wichtig: wenn Sie Proxy-Medien nutzen für die Wiedergabe, dann stellen Sie sicher, dass sie zurück auf Optimierte/Original-Medien wechseln, bevor Sie das Projekt teilen. Das garantiert die höchste Qualität der exportierten Datei.“ Der Absatz ist offenbar nachträglich hinzugefügt worden. Denn in anderen Ausgaben des Handbuchs werden die Nutzer nicht gewarnt. In der deutschen Fassung beispielsweise fehlt der Hinweis komplett.

Qualitätsunterschiede sind mit bloßem Auge zu erkennen

Der Unterschied zwischen den Originalvideos und den kleingerechneten Vorschauclips ist oft sogar mit bloßem Auge zu erkennen. Der Grund: die Proxy-Medien sind stark komprimiert und laufen mit einer wesentlich geringeren Datenrate ab als Videos, die etwa mit einer Spiegelreflexkamera oder einem iPhone aufgenommen werden. Apple selbst empfiehlt, die Proxy-Medien (ProRes 422 Proxy) aufgrund der Bildqualität maximal zum Schneiden zu benutzen.

Auf diesem Bild etwa sieht man den Vergleich zwischen einem Video, das mit dem iPhone 5S aufgenommen wurde, und dem gerenderten Film, der die Proxy-Filmchen exportiert:

Vergleich zwischen Export mit Proxy-Medien in Final Cut Pro X und einer Originalaufnahme mit dem iPhone 5S.

Links: Screenshot der Originalaufnahme mit dem iPhone 5S (720p, 120 Bilder pro Sekunde). Rechts: das Export-Video auf Basis der Proxy-Medien (Export-Auswahl: Originaldatei)

An den Armen und der Rückennummer des Ballkünstlers ist deutlich zu sehen, dass die Qualität leidet, wenn man Proxy-Filmchen exportiert. Die Konturen franzen aus, es bilden sich viele Artefakte. Eine tückische Falle. Denn nicht immer fällt der Unterschied zum Originalvideo so gravierend aus wie in diesem Beispiel. Vermutlich sind bereits viele Videos exportiert worden, die eigentlich in bester Qualität ins Netz gehen sollten – und dennoch nur mit magerer Bildrate gerendert worden sind.

Lösung: die Vorschau komplett neu berechnen

Das lässt sich nur vermeiden, wenn man vor dem Export die Vorschau im Schnittfenster zurück auf Originalmedien stellt. Das ist bitter. Denn spätestens jetzt stoßen genau die Rechner an ihre Grenzen, die mit den Vorschau-Filmchen eigentlich geschont werden sollten. Alle Clips und Effekte in der Timeline müssen neu berechnet werden, bevor der Film in ordentlicher Qualität exportiert werden kann. So endet das Projekt nach der schnellen Schnippelei im Proxy-Modus dann doch noch in einer ärgerlichen Render-Arie.

Die bestmögliche Qualität wird nur dann exportiert, wenn der Nutzer vor dem Export auf die Vorschau mit Originalmedien wechselt

Wer den fertig geschnittenen Film in bestmöglicher Qualität exportieren möchte, der muss auf den kleinen Pfeil oberhalb des Vorschaufensters klicken und unter „Medien“ die Auswahl „Optimiert/Original“ treffen.

VFX Profi testet Miarmy

Die animierte Menschenmasse

Ganz schön makaber: der 3D-Experte Dave Fothergill testet ein Plugin, das Menschenmassen am Computer erzeugt. Dafür lässt er die animierte Horde in ihr Verderben rennen.

Wie von Sinnen stürmen die Mini-Menschen auf einen drehenden Eisenstab los. Dabei erleiden irgendwann alle das gleiche Schicksal: sie straucheln und bleiben hilflos am Boden liegen. Der Animationstest des Effekt-Spezialisten Dave Fothergill zeigt in dem grotesken Kurzclip „I’ve fallen, and I can’t get up!“, wie realistisch Menschenmassen am Computer heutzutage erzeugt werden können. So realistisch, dass der Clip auf den ersten Blick ganz schön makaber wirkt.

Der 3D-Experte Fothergill hat das Vimeo-Video produziert um das Menschenmassen-Plugin Miarmy für die 3D-Software Maya Autodesk zu testen. In Echtzeit berechnet die Software die Bewegungen der einzelnen Charaktere. Das Ergebnis hat der VFX Produzent als gerendertes Video bei Vimeo veröffentlicht. Die Szene wirkt erstaunlich realistisch, die Bewegungen wirken flüssig. Nur bei genauem Hinschauen erkennt man, dass die Figuren allesamt animiert sind.

Bei dem Plugin handelt es sich aber schließlich auch um Profi-Software. Das Tool Miarmy des Entwicklerstudios Basefount aus Hongkong ist bereits für Hollywood-Streifen wie „Ich, Frankenstein“ und „Cesar Chavez“ eingesetzt worden.

DHL Youtube-Video

DHL foppt die Konkurrenz

Die Werbeagentur Jung von Matt dreht in Stuttgart ein Werbevideo für DHL. In dem Clip liefern Boten der Konkurrenz sperrige Pakete mit der Aufschrift „DHL ist schneller“ aus. Die Konkurrenz reagiert souverän.

Ganz schön gemein: der Paketservice DHL lässt in einem  Youtube-Video die Konkurrenz für sich werben. Der Youtube-Clip hat bis Freitagvormittag bereits 320.000 Klicks gesammelt. Die Stuttgarter Werbeagentur Jung von Matt am Neckar filmte für die Aktion die Paketboten von TNT, DPD und UPS dabei, wie sie sperrige Pakete mit der aufgedruckten Botschaft „DHL ist schneller“ ausliefern. Die Boten bahnen sich in dem Video mühsam ihren Weg durch Fußgängerpassagen und wuchten die Boxen unter anderem über die Treppen am Königsbau in Stuttgart.

Die Werber haben die Pakete zuvor mit Thermofolie eingewickelt, die sich im Kühlhaus schwarz einfärbt. Im Postzentrum holen die Boten zunächst komplett schwarze Pakete ab, die sich während der Fahrt in gelbe Boxen mit der Werbebotschaft verwandeln. Die Agentur-Mitarbeiter filmen die Boten dabei, wie sie die Pakete an schwer erreichbare Adressen ausliefen. Ein UPS-Bote merkt allerdings, dass er hereingelegt werden soll. Er überdeckt kurzerhand den Slogan mit Klebeband.

Bei vielen kommt die Aktion gut an, bei Facebook gratulieren die Nutzer der Werbeagentur zu einer gelungenen Kampagne. Doch nicht alle sind begeistert. „Ich finde es fies, die Paketboten der Konkurrenz so bloßzustellen“, schreibt ein Nutzer in den Kommentaren bei Youtube. Ein anderer schreibt: „Ich kann es kaum erwarten den Beweis dafür zu sehen, dass DHL wirklich schneller ausliefert.“

Bei DPD reagieren die Mitarbeiter ziemlich souverän auf das Werbevideo. Bei Twitter verbreitet der Paketdienst ein Bild, auf dem ein flotter DPD-Lieferwagen zu sehen ist, daneben ein Stocherkahn mit dem Logo der Deutschen Post. Die Botschaft: „DHL ist schneller, wenn DPD liefert.“

Das Maismehl-Massaker kommt nach Stuttgart

Wer bereits einen Bollywood-Film gesehen hat, der weiß, was farbenfrohe Reizüberflutung bedeutet. Aber Indien kann noch bunter – und exportiert eine weitere Tradition nach Deutschland: das Holi-Festival. Dort geht es zu wie in einem Bollywood-Streifen, doch jeder kann mitmachen. Die Teilnehmer tanzen und singen bei diesem Fest nicht nur – sie bewerfen sich vor allem mit Farbpulver. Wer nicht von oben bis unten bunt beschmiert ist, hat irgendetwas falsch gemacht.

Nun sieht es so aus, als würde jede größere Stadt in Deutschland mitmachen: in Berlin steht der Termin am 29. Juli fest, aber auch in Städte wie Hamburg, Köln, Heidelberg und Stuttgart soll das Festival kommen. Wann genau das Farbenfest in Stuttgart stattfinden soll, das stellen die Veranstalter gerade zur Diskussion.

Eine Herausforderung für alle, die das Gelände später reinigen müssen und alle Fotografen und Videojournalisten, die ihr Equipment mögen. Denn das Farbpulver findet seinen Weg ins Gehäuse. Für Menschen ist das Pulver allerdings ungefährlich. Laut Veranstalter ist der bunte Puder nichts anderes als gefärbtes Maismehl, aus Indien importiert. Das Pulver in den 100-Gramm-Beuteln ist wasserlöslich und ungiftig. Das klingt auch für alle, die keine bösen Geister vertreiben wollen, nach richtig viel Spaß. Und einer ganz schönen Sauerei.

Foto: Standford Holi : pink cloud of color (Chris Willis) / CC BY 2.0