Neue Facebook-Funktion

„Safety Check“ soll bei Katastrophen vermitteln

Von Jörg, 16.10.2014 | Keine Kommentare » |
Facebook Safety Check

Eine neue Facebook-Funktion soll zwischen Menschen in einem Katastrophengebiet und Angehörigen vermitteln. Doch die automatische Auswahl der Betroffenen birgt Risiken.

Mark Zuckerberg macht Facebook zur Vermittlungsplattform bei Naturkatastrophen. Am Mittwoch hat das soziale Netzwerk die neue Funktion „Safety Check“ vorgestellt, die etwa nach einem Erdbeben oder einem Tsunami zwischen Familienangehörigen und Freunden vermitteln soll. „In Zeiten von Katastrophen und Krisen wenden sich Menschen an Facebook um zu schauen wie es Angehörigen geht und um Neuigkeiten zu erfahren“, heißt es in einem Blogbeitrag des sozialen Netzwerks.

Die mutmaßlich betroffenen Personen werden automatisch markiert. Anhand des eingetragenen Wohnorts, der „Freunde in der Nähe“-Funktion und anhand der Stadt, in der sich der Nutzer ins Internet einwählt, ordnet Facebook ein, ob sich ein Mitglied innerhalb eines Katastrophengebiets befindet. Sobald sich das Mitglied nach Facebook-Berechnungen in einem Risikobereich aufhält, sendet Facebook eine Nachricht mit der Frage, ob alles in Ordnung ist. Auf diese Frage kann der Nutzer genau zwei Antworten geben:

– Mir geht es gut.
– Ich halte mich nicht in dem betroffenen Gebiet auf.

Auswahl bei Safety Check

Das ist ein hilfreicher Service für alle, die regelmäßig bei Facebook unterwegs sind und häufig ihren Status aktualisieren. Wer „Safety Check“ aktiviert hat und unmittelbar nach einem Erdbeben angibt, außer Gefahr zu sein, sendet auf diesem Weg eine schnelle Entwarnung an Familienangehörige und Freunde, die sich Sorgen machen.

Doch bis zum letzten Detail scheint die Funktion noch nicht durchdacht zu sein. Das Problem: Facebook markiert Mitglieder automatisch, die sich in einem Katastrophengebiet aufhalten könnten und „Safety Check“ eingeschaltet haben. So heißt es beispielsweise: „14 Freunde befinden sich in dem betroffenen Gebiet.“ Doch diese Aussage beruht auf einer Mutmaßung.

Die Folge: mit diesem schlichten Algorithmus könnte Facebook auch Menschen zu potentiellen Opfern machen, die nicht von der Katastrophe betroffen sind. Das könnte zum Problem für alle werden, die sich selten bei Facebook anmelden und ihren Wohnort beispielsweise nach einem Umzug im Profil nicht angepasst haben. Wer von Facebook im Gefahrengebiet vermutet wird und sich selbst nach einer Katastrophe nicht rasch mit „Ich bin okay“ markiert, der bleibt auf der Risikoliste – und Freunde und Angehörige machen sich grundlos Sorgen.


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